Offener Brief an den Gemeinderat

Sehr geehrte Gemeinderätin, sehr geehrter Gemeinderat,

aus der Presse (BNN vom 25.10.2019) müssen wir erfahren, dass „es ein offenes Geheimnis in Waldbronn sei, dass ALDI Interesse an einer zeitlich begrenzten Nutzung des Eistreffs haben könnte.“ Als Standortalternative für die Zeit des Umbaues der Filiale in der Talstraße „würde sich eben der Eistreff – für die Dauer von etwa zwei Jahren – anbieten.„Wenn auch Bürgermeister Franz Masino erklärt „Es gebe Gespräche in dieser oder jener Richtung – Konkretes wolle und könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen“.

Wir wissen nicht, wieviel „Substanz“ in dieser Pressemitteilung steckt; dennoch sind wir sehr beunruhigt, betroffen und enttäuscht, dass wir darüber nicht informiert werden. Warum bezieht man den Nutzer des Eistreff, der dort seit 1981 seine Trainings-, Spiel- und Wettkampfstätte – seine sportliche Heimat – hat, nicht mit ein?

In der Frage der ursprünglich geplanten interimsweisen Vermietung der Festhalle hat das doch auch prima funktioniert.

Seit geraumer Zeit versuchen wir, den Gemeinderat und die Verwaltung davon zu überzeugen, dass ein Weiterbetrieb als Eislaufhalle nicht nur für den ERC lebensnotwendig ist, sondern auch wirtschaftlich vernünftig sein kann.

Daran ändern auch unsere Bemühungen um einen Alternativstandort nichts (Pressemitteilung in den BNN vom Samstag, 26.10.2019). Selbst wenn unsere Grundstückssuche in Rheinstetten überhaupt erfolgreich sein sollte, wird es einige Jahre dauern, bis durch den potenziellen Investor die Halle in Betrieb gehen könnte.

Bereits vor einem halben Jahr haben wir ein Gespräch zwischen dem Investor PADOK IceRinks Deutschland GmbH und der Verwaltung vermittelt. Weitere Gespräche haben dann wegen anderer Prioritäten der Verwaltung nicht mehr stattgefunden. Ebenso haben wir ein privates Betreiberkonzept vorgeschlagen, das aber ebenso nur auf geringe Resonanz stieß.

Ein solches privates Engagement braucht natürlich mittelfristig eine zeitliche Perspektive und kann nicht nur auf ein/zwei Jahre ausgelegt sein. 

Wir appellieren an alle am Entscheidungsprozess Beteiligten, nicht zuzulassen, dass aus

der Sportstätte „Eistreff“ ein Interims-Supermarkt wird. Wenn dort bereits in 2020 ein Supermarkt einzieht, wenn auch nach heutigem Informationsstand „nur“ für zwei Jahre, dann ist der Eistreff für immer Geschichte. Und das gleiche Schicksal wird dann auch unseren Verein ereilen. Er wird in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, weil die Mitgliederzahlen drastisch sinken werden (wir kennen die Situation aus 1996) und damit ein Trainings- und Sportbetrieb, wo dann auch immer, vor allen Dingen für die vielen Jugendlichen nicht mehr aufrechterhalten werden kann.

Deshalb unser Appell:

Für den Fall, dass in den kommenden Wochen Ihre Entscheidung gefordert ist, bedenken Sie bitte:

Sie entscheiden nicht nur darüber, ob Sie einem milliarden-€-schweren Lebensmittel-Handelskonzern mit rund 12.000 Filialen weltweit die Sportstätte „Eistreff“ Waldbronn zur Verfügung stellen wollen, damit dieser die Möglichkeit hat, während einer geplanten zweijährigen Umbauphase der Filiale in der Talstraße weiterhin seine Waren anzubieten. Wir halten nicht nur die kommerzielle Verwendung dieser hochspezialisierten Sportstätten-Immobilie für bedenklich, wir sind auch überzeugt, dass eine Wiederinbetriebnahme frühestens nach drei Jahren wohl eher illusorisch ist.

Dann wird sich die Frage nach der Verwertung stellen. Und da ist im Moment wohl nur eines „sicher“: Die Abrisskosten werden sich bis dahin auf weit über 1,2 Million € belaufen. Hinzu kommen wohl Neubaukosten für die Freibad-Infrastruktur.

Sie entscheiden aber vor allen Dingen auch über das Schicksal des ERC Waldbronn (nicht milliardenschwer, Null Filialen; aber mit großem ehrenamtlichem Engagement für den Sport und die Jugend und den sozialen Zusammenhalt seit nahezu vierzig Jahren in Waldbronn).

Wir sind weiterhin gerne bereit, unsere Erfahrung und unser Engagement für den Weiterbetrieb des „Eistreff“ als Sportstätte einzubringen.

Weiter eintreten für den mittelfristigen Erhalt werden wir allemal, das sind wir unseren Mitgliedern und den vielen Eissportfreunden schuldig.

Mit freundlichen Grüßen

Carlheinz Löschner        Volker Auracher

Vorsitzender                    Stellvertr. Vorsitzender

Eissaison in Waldbronn gestartet!

Das große Eröffnungswochenende war diesmal größer als noch nie zuvor! Drei EBW Spiele und zwei EBW Turniere, Training der Laufschule, der Eiskunstläuferinnen und -läufer, sowie allen erwachsenen Eishockey-Mannschaften, und zum Schluß noch das Hobby-Turnier „Hockeysport im Luftkurort“. Drei Tage lang war das Eistreff vom frühen Morgen bis spät Abends voll von Eishockeyspieler aller Altersklassen!

Wir bedanken uns bei unseren Gästen aus Heilbronn, Eppelheim, Stuttgart, Mannheim, Profzheim, Balingen, Reutlingen und Zweibrücken, bei unseren Kooperations-Partnern aus Hügelsheim und Bad Liebenzell, sowie Natürlich bei allen Waldbronner Spielern, Trainern, Betreuer, Schiris und Helfern!

Hier ein paar Fotos von der Wochenende.

Liebe Mitglieder des ERC

nicht nur anlässlich des Endes der Eislaufsaison 2018/2019 in diesen Tagen, sondern auch wegen der politischen Diskussionen um die Weiterführung des Eistreff-Betriebes über den März 2020 hinaus haben wir zahlreiche Unterstützung von Eltern, Aktiven und Betreuern angeboten bekommen.

Dafür ganz herzlichen Dank! Wir werden sicher auf das eine oder andere Angebot zurückkommen.

Zunächst gilt es aber gerade jetzt in der „Sommerpause“ das Thema warm zu halten. Wir vom Vorstand haben zusammen mit dem Vorstand des Fördervereins in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche geführt. So haben wir uns bei benachbarten Eissportvereinen, die eigene Hallen betreiben (Hügelsheim, Eppelheim) und auch in Pforzheim darüber informiert, unter welchen Bedingungen dort der Eislaufbetrieb organisatorisch und finanziell abgewickelt wird. Wir konnten zahlreiche nützliche Hinweise bekommen.

Aber auch auf der politischen Seite waren wir nicht untätig. Mit einer Gemeinderatsfraktion haben wir bereits Gespräche geführt, weitere werden folgen. In der vergangenen Woche haben wir in größerer Runde beim Bürgermeister die Vorgehensweise der Verwaltung hinterfragt. Bekanntlich wurde ja die Verwaltung vom Gemeinderat beauftragt, Käufer zu suchen, die das Objekt mit Wirkung ab dem 01.01.2021 erwerben würden und ein Gutachten über mögliche Abrisskosten einzuholen.

Hier sind wohl laut Aussage des Bürgermeisters bis Herbst konkrete Vorstellungen zu erwarten.  

Wir haben in allen Gesprächen klar gemacht, dass wir die Einstellung des Eislaufbetriebes im März des kommenden Jahres für einen großen Fehler halten. Denn unabhängig vom ideellen Schaden, sondern auch aus finanzieller Sicht ist durch die Gemeinderatsentscheidung vom November 2017 kaum etwas gewonnen.

Der Vorstand hat sich intensiv in das Zahlenwerk des Haushaltes der Gemeinde bezüglich des Eistreffs eingearbeitet. Beim Betreiber, der Kurverwaltungs-GmbH haben wir jedoch keinen Einblick in das Zahlenwerk und können daher die Zahlen zum „Verlustausgleich“ nicht verifizieren. Wir haben aber den Eindruck, dass sich durch einen privaten Betreiber erhebliche Rationalisierungspotentiale heben lassen.

Ich will hier nicht auf einzelnen Zahlen eingehen, weil dies wohl eher Verwirrung stiften würde. Wir sind aber davon überzeugt, dass die in der Öffentlichkeit diskutierten Werte (die teilweise noch auf Planzahlen des Jahres 2017 beruhen) erheblich überhöht sind.

Der ERC ist gerne bereit, seine Erfahrungen und Kontakte einzubringen, um zu einer Lösung „pro Eistreff“ beizutragen.

Jetzt kommt es darauf an, dass wir alle – jeder in seinem Bekannten- und Freundeskreis – im persönlichen Gespräch auf die Problematik aufmerksam machen, damit der Eistreff „auf der Agenda“ bleibt.

Carlheinz Löschner

Vorsitzender